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Innovation, Weltneuheiten und Tüftelspass – go tec! Partner Apéro 2026
27. März 2026
Was braucht es für echte Innovation? Und wie weckt man bei Kindern die Begeisterung dafür? Matthias Sulzer, Leiter des Departements Ingenieurwissenschaften an der Empa, gab am go tec! Apéro 2026 eindrückliche Antworten. Der Anlass am 26. März 2026 im go tec! Labor in Neuhausen am Rheinfall brachte zum zwölften Mal Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Gewerbe und Politik sowie weitere Engagierte für die technischen Fachkräfte von morgen zusammen. Sie alle feierten einen besonderen Meilenstein: Seit der Eröffnung 2014 haben über 50’000 Kinder und Jugendliche das Labor besucht.






«Das go tec! ist weit über die Region Schaffhausen hinaus bekannt. Es ist das Leuchtturmprojekt der MINT-Förderung», sagte Stiftungsratspräsident Reto Artusi vor den über 100 Gästen. Allein im vergangenen Jahr besuchten über 6’000 Kinder das go tec! Labor – rein rechnerisch könnten damit fast alle Schülerinnen und Schüler des Kantons einmal pro Jahr einen Kurs besuchen. Freie Termine werden jeweils ein Jahr im Voraus publiziert. In Extremfällen sind nach wenigen Minuten belegt. «Das zeigt, dass wir auch nach über zwölf Jahren noch immer den Funken der Begeisterung für Technik und Naturwissenschaften entzünden können», so Artusi.
Weiterhin zählt das go tec! über 40 Partnerfirmen. Neben dem finanziellen Engagement stellen einige Firmen jährlich insgesamt ihre Mitarbeitenden, Lehrmeister und Lernenden über 450 Stunden unentgeltlich zur Verfügung. «Ohne die riesige Unterstützung aus der Schaffhauser Wirtschaft und den Einsatz unserer leidenschaftlichen Helferinnen und Helfer wäre das go tec! nicht möglich», betonte Artusi.
Fachkräftemangel: Frauen als Schlüssel zur Lösung
Regierungsrat Patrick Strasser beleuchtete in seinem Grusswort die Lage am Lehrstellenmarkt: Im Kanton bestehen aktuell über 3’000 Lehrverhältnisse, davon entfallen rund 20 Prozent – also 644 Lernende – auf einen der 37 MINT-Berufe. Besonders auffällig ist das Geschlechterverhältnis: Von diesen 644 Lernenden sind lediglich 119 junge Frauen, was einem Anteil von lediglich 18 Prozent entspricht. «Wenn wir den Fachkräftemangel langfristig lösen wollen, müssen technische Berufe insbesondere auch für junge Frauen attraktiver werden», so Strasser. Genau hier setzt das go tec! Labor an: Mit MINT-Erlebnissen vom Kindergarten bis zur Oberstufe und mit speziellen Kursen extra designt für junge Tüftlerinnen, wie Internet & Code für Mädchen.
Innovation braucht Mut, Kühnheit und Geschwindigkeit
Das Hauptreferat hielt Matthias Sulzer, Leiter des Departements Ingenieurwissenschaften an der Empa. Mit 30 Jahren Erfahrung in der angewandten Forschung und Innovationsbegleitung nahm er die Gäste auf eine Reise durch den Innovationsprozess – vom ersten Funken einer Idee bis zur erfolgreichen Markteinführung.
«Innovation ist nicht die gute Idee – Innovation entsteht erst, wenn eine gute Idee erfolgreich in den Markt überführt wird», stellte Sulzer klar. Drei Faktoren sind dabei entscheidend: das Talent gepaart mit der Leidenschaft der Person, die entsprechende Technologie und ausreichend Kapital. Ebenso wichtig sei das richtige Mindset: Risikobereitschaft, Kühnheit und Geschwindigkeit beim Entscheiden und Handeln. Sulzer untermauerte seine Thesen mit konkreten Empa-Projekten: wärmefeste Drohnen für Feuerwehreinsätze, Industrieinspektionen, ultraleichte digitale Betondecken mit 70 Prozent weniger Zement sowie intelligente Thermostatalgorithmen mit über 30 Prozent Energieersparnis.
Die Parallelen zum go tec! waren nicht von der Hand zu weisen: Auch dort lernen Kinder, ihre Ideen auszuprobieren, Fehler zu machen und daraus zu lernen – der Kern jeder Innovation. «Kühnheit und Agilität sehen wir täglich bei unseren jungen Tüftlerinnen und Tüftlern», fasste Geschäftsführer Martin Sengel zusammen.
Neuste Drohnentechnologie und Tüfteln mit dem go tec! Club
Den Abend abrunden durfte das Publikum mit einem besonderen Erlebnis: Empa-Forscher Mirko Kovac und sein Team vom neuen Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeitsrobotik in Schaffhausen demonstrierten ihre neusten Entwicklungen, die Medusa Wasserdrohne, welche in Grönland bereits Wasserproben gesammelt hat und den Live-Flug einer sogenannten «Build»-Drohne, welche im Flug neue Materialen bauen und so beispielsweise Gebäude reparieren kann.
Danach durften die geladenen Gäste selbst aktiv werden: Lötkolben schwingen, 3D-Drucker bedienen und kleine Drohnen programmieren. Unterstützt wurden sie dabei von go tec! Club-Kindern, welche die Gäste gezielt anleiteten. Damit zeigte der go tec! Apéro 2026 einmal mehr: Das go tec! ist nicht nur ein Labor – es ist ein Ort, an dem Neugier entsteht, Begeisterung wächst und manchmal ein erster Gedanke aufkeimt: «Das könnte auch mein Weg für die Zukunft sein.»





